24.12.2011 - Gemeinde/ Stadt
woanders
Das Echo hat in seiner Ausgabe vom 24. Dezember eine Umfrage veröffentlicht zu der Frage „Was halten Sie davon, dass die Stadtbücherei geschlossen werden soll?“ (ganz am Rande: sie soll ja gar nicht ersatzlos geschlossen, sondern mit bestehenden Büchereien der Schulen und der Kirchen zusammengelegt werden.)
Die Ergebnisse sind keineswegs überraschend: Bedauern überwiegt bei den Befragten. Es sind sogar Menschen vehement für die Erhaltung der Büchereien, die sie überhaupt nicht benutzen.
Und ein zweiter Aspekt ist typisch für Umfragen dieser Art: die meisten Menschen sehen die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen ein, aber doch bitteschön nicht gerade bei den Büchereien. Oder bei den Schwimmbädern. Oder im Sozialbereich. Oder bei der Kultur. Oder bei Veranstaltungen für Senioren. Stattdessen lieber: „woanders“, „an anderer Stelle“. Merken Sie was? Konkrete Sparideen lösen immer Widerstände aus, die Alternativen hingegen bleiben in der Regel unkonkret.
Interessant wäre doch mal eine Umfrage, wie die Stadt im nächsten Jahr ihr Defizit von 5 Millionen beseitigen soll und wie sie ihren Kassenkredit von 22 Millionen wieder zurückzahlen soll. Mit der Antwort „woanders“ lassen sich diese Probleme leider nicht lösen.
Thomas Fischer, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion